Claudia Bachmann / 17.08.11 / TA Foto: Daniel Volkmann Frauke Seeber und Philipp Reetz sorgen dafür, dass der Thüringenpokal im Freiwasser-Schwimmen weiter fest in Mühlhäuser Hand bleibt. Während Philipp zum dritten Mal siegte, feierte Frauke ihre Premiere.

Claudia Bachmann / 17.08.11 / TA
Foto: Daniel Volkmann
Frauke Seeber und Philipp Reetz sorgen dafür, dass der Thüringenpokal im Freiwasser-Schwimmen weiter fest in Mühlhäuser Hand bleibt. Während Philipp zum dritten Mal siegte, feierte Frauke ihre Premiere.

Mühlhäuser Duo siegt beim Erfurter Langstrecken-Schwimmen

Frauke Seeber und Philipp Reetz sichern sich den Thüringenpokal im Freiwasser-Schwimmen. Die Entscheidung fiel im Stausee in Stotternheim zugunsten der beiden Mühlhäuser vom SGV. Mühlhausen/Erfurt. „Ein guter Langstrecken-Schwimmer ist eben nicht nur ein ausdauernder Schwimmer, sondern auch ein guter Taktiker“, meint Frauke Seeber (15). Zum Finale um den Thüringenpokal im Freiwasserschwimmen in Erfurt-Stotternheim überraschte die Neuntklässlerin nicht nur ihren Trainer Erhard Klaus, der für sie einen Start über zwei Kilometer vorgesehen hatte.
Um ihren Zwei-Punkte-Vorsprung auf die in der Gesamtwertung hinter ihr auf Rang zwei geführte Anna Steinhäuser aus Apolda ins Ziel zu retten, wich Frauke auf die Fünf-Kilometer-Distanz aus. Selbst einige gestandene Schwimm-Männer kniffen davor angesichts von nur 17 Grad Wassertemperatur, starkem Wind und Regen.
Doch Frauke rechnete sich bessere Chancen aus zu punkten, schließlich fehlten auf der längsten Distanz des Tages die Erfurter Sportgymnasiasten.
Und die Taktik ging auf. „In der ersten der fünf Runden hat das Melkfett, mit dem wir uns vor dem Start eingerieben haben, noch geholfen, den Körper warm zu halten, aber dann wurde es fürchterlich kalt in meinem dünnen Hallenbadeanzug“, gestand die schlanke Mühlhäuserin.
Sie hatte an diesem Tag noch mit einem weiteren Handicap zu kämpfen: Sie fand einfach nicht den kürzesten Weg zwischen den Bojen. Das hat, so urteilten dann im Nachhinein die Mühlhäuser SGV-Trainer, bestimmt zehn Minuten gekostet. Sei´s drum: Die Jüngste des Feldes gewinnt mit fünf Zählern Vorsprung den Thüringenpokal vor Anna Steinhäuser.
„Selbstzufrieden bin ich jetzt nicht, eher gut motiviert, die Thüringer Meisterschaften im Becken sehr konzentriert anzugehen, dann den Nachtpokal bei der Mühlhäuser „Swimming Night“, nächstes Jahr zum zweiten Mal bei der deutschen Meisterschaft im Freiwasserschwimmen zu starten und mich dabei besser zu platzieren als bei meiner Premiere vor einem Jahr“, gibt sie sich zielstrebig und erinnert sich: „Was die damals geschlagen und getreten haben, das ist eben etwas ganz anderes als bei den verschiedenen Thüringenpokal-Wettkämpfe.“
Erstmals zog Frauke Seeber den Thüringencup durch, sie brachte fünf Wettkämpfe in die Wertung ein. „Allerdings bin ich die Sache ganz locker angegangen; zu den ersten Rennen wusste ich nicht mal, ob der Urlaub so liegt, dass ich überhaupt genügend von den Rennen bestreiten kann“, erklärt die Tilesius-Gymnasiastin.
Anders ihr Trainingskollege Philipp Reetz. Der 18-Jährige hatte bereits in den vergangenen beiden Jahren den Cupsieg und das damit verbundene Preisgeld mit nach Hause genommen. „Nach dem zweiten Rennen wusste ich, ich kanns wieder packen.“ Dort, in Alter am Hohenwarte-Stausee, hatte der Horsmarer Uwe Waitz aus Zwickau über 1850 Meter bezwungen und war in der Gesamtwertung in Führung gegangen. In Stotternheim gingen sich beide Kontrahenten aus dem Weg: Philipp startete über zwei, Waitz über fünf Kilometer. Doch dem um fast 30 Jahre älteren Sachsen gelang es nur noch, den Rückstand von fünf auf drei Zähler zu minimieren. Den Gesamtsieg konnte er dem angehenden Abiturienten, der zukünftig gern Pharmazie studieren möchte, nicht entreißen.
Wie Frauke hat er seine Ziele fixiert für die Halle und das offene Gewässer. „Ich finde es einfach cooler draußen. Man sieht immer was anderes und muss nicht nach zwei Minuten Wettkampf auf den nächsten Start stundenlang warten“, beschreibt er seine Vorliebe für die langen Kanten.
Neben Frauke und Philipp durften auch die anderen Mühlhäuser strahlen. Erneut gelang es dem SGV, den Mannschaftspokal zu gewinnen. Zudem stand mit Ulrike Seeber, Nachwuchstalent Jasmin Thor und Andreas Wagner (alle 1 km) ein Trio in den einzelnen Altersklassen auf dem obersten Siegerpodest. Eine Riesenleistung vollbrachte derweil in Stotternheim Alexander Klaus (26), der über zwei Kilometer hinter dem einstigen Weltklasse-Schwimmer Christian Hansmann aus Erfurt Gesamtzweiter wurde.